Chronobiologie

Chronobiologie: Nutzen Sie ihre innere Uhr zu Ihren Gunsten

Es gibt Zeiten, zu denen sind wir fitter als zu anderen. Ursache hierfür sind nicht allein die äußeren Begebenheiten sondern vielmehr auch unserer eigener Biorhythmus. Die Chronobiologen unterscheiden hierbei zwei Typen: Die Eule und die Lerche. 

Hinter der Lerche verbirgt sich der typische Frühaufsteher, der bereits frühmorgens topfit ist. Die Eule – der Langschläfer – dagegen kommt morgens nur schwer aus dem Bett, ist dafür aber abends noch lange hellwach und kann sich auch zu später Stunde noch gut konzentrieren.

Jeder Typ stellt ganz andere Anforderungen an seinen Organismus. Große Unterschiede gibt es bei den jeweiligen Leistungsphasen. Den Erkenntnissen bekannter Chronobiologen wie Achim Kramer zufolge, ist eine Differenz von bis zu zwei Stunden in Bezug auf den inneren Rhythmus von Eulen und Lerchen feststellbar.

Bestimmt wird welcher Typ wir sind durch unsere Genetik. Ein Wechsel zu einem anderen Typus ist uns daher, laut Kramer, nicht möglich. Dies belegen auch andere Studien. Egal wie sehr sich eine Eule auch bemüht rechtzeitig ins Bett zu kommen, an ihrem morgendlichen Kampf mit dem Wecker ändert dies dennoch nichts. 

Schon lange gibt es deshalb Debatten darüber, ob der natürliche Biorhythmus der Eulen nicht eine generelle Benachteiligung für sie in unserer Gesellschaft zur Folge hat. Morgens schleppen Sie sich gequält zur Arbeit und wenn abends alle Feierabend machen, laufen sie eigentlich erst zu Hochform auf. Eine Debatte, die durchaus ihre Berechtigung hat, doch seien wir mal ehrlich, an unseren Arbeitszeiten wird sich deshalb trotz allem wohl nicht viel ändern. Umso wichtiger ist es seinen jeweiligen Rhythmus zu kennen, ihn gezielt zu nutzen und so letztlich auch seine Leistung, Kreativität und Produktivität zu steigern. Geschehen kann dies zum Beispiel dadurch, dass schwierige Aufgaben in den Hochphasen, langwierige Kleinarbeiten dagegen in den Tiefphasen erledigt werden. 

Wie genau die jeweiligen Phasen eingeteilt werden können, zeigt sich in folgender Grafik:

 

Zu beachten ist, dass es sich bei den Werten um reine Durchschnittswerte handelt. Sie können daher nur als Richtlinie dienen. Ihren genauen Rhythmus müssen Sie selbst ermitteln. Beobachten Sie sich dazu einige Tage selbst  und bestimmen Sie ihre Hoch- und Tiefphasen. 

In der Regel kann man sich jedoch meist nach folgenden Zeiten richten: 

  • Die leistungsfähigste Zeit für Lerchen als auch Eulen liegt zwischen 10 und 12 Uhr
  • Zwischen 12 und 15 Uhr stellt sich dann ein Leistungsabfall ein
  • Nach 15 Uhr folgt die zweite Hochphase

Möchte man seine Produktivität steigern, so sollte man sich an diesen Zeiten orientieren. 

Festzuhalten ist, dass die Kenntnis des eigenen Rhythmus große Vorteile bringen kann. Kennen Sie ihren eigenen Rhythmus können Sie diesen geschickt in ihren Arbeitstag einbeziehen und Sie werden sehen, dass die Arbeit gleich viel leichter von der Hand geht. Also los – ausprobieren!

(Foto: ©Thinkstock/Ines Bazdar)